Wir, die neuen Alten – Fotoprojekt 2009

Ausstellung vom 2. Februar bis 15. März 2009
Friedhofstraße 28, 63739 Aschaffenburg

Plakat

Ich wurde gefragt, wie ich denn auf die Idee gekommen sei, so ein Projekt zu machen.
Es waren meine Gedanken über das Älterwerden, meine Gefühle beim Erhalt von Krankheits- oder gar Todesnachrichten von Freunden und Bekannten und Gespräche im Freundeskreis bei denen immer öfters die Frage auftauchte:
Was macht eigentlich DIE ………..oder DER?
Sowie das, komischerweise nicht nur bei mir, immer stärker werdende Interesse an Klassen- und Veteranentreffen. In jungen Jahren gab es die verschiedenen Cliquen und Gruppierungen. Man traf sich haufenweise in den Szenenkneipen oder bei Veranstaltungen. Im Zuge von Familiengründungen oder aus beruflichen Gegebenheiten trennten sich viele Wege. Ich selbst war einige Jahre in Wertheim und Marktheidenfeld und ich erinnere mich noch an das wohlige Gefühl, wenn ich mal wieder Heim kam und altbekannte Gesichter sah.
An meinem neuen Standort, so dachte ich,  dass, wenn ich Sehnsucht nach Aschaffenburg bekäme, ich gleich wieder Heim könne. Doch das war trügerisch, denn bei jedem Besuch erlebte ich kleine Änderungen: Neuer Pächter hier, Schiessung dort, Geburten und Todesfälle. Ich erlebte und erlebe  das Leben wie einatmen und ausatmen, kommen und gehen.
Meinen Beruf – die Fotografie – erlebe ich wie für einen Moment den Atem anhalten, innehalten. Beim Anschauen von Fotografien kommen die Erinnerungen und damit werden die Gefühle wieder lebendig, die man im Moment der Aufnahme hatte.
Dieses Gestern und Heute habe ich versucht in diesem Projekt zu verknüpfen.
So entwickelte sich Stück für Stück das Konzept.
Von dem Jugendbild, das jeder von sich in der Hand hält, und das bewusst in schwarz-weiss gehalten ist, über die reduzierte Farbigkeit des aktuellen Bildes, bis hin zu der rostigen Eisenstehle.
Dieser Kontrast zwischen dem alten schwarz-weiss Bild und der zarten Farbigkeit des aktuellen Bildes vermittelt den Eindruck von Tiefe. Und dann kommt noch zweimal der Faktor Zeit dazu. Einmal über die Abgebildeten selbst und ein zweites Mal über die rostig gealterte Stele.

Zu dieser Ausstellung ist ein 60 seitiger Katalog in der Grösse 21x21cm erschienen.