Wochenkalender für 2017 „Das alte Wirtschaftswunder“

 

 

Kalender-Projekt
Wochenkalender für 2017
„Das alte Wirtschaftswunder“

Vorwort von Helma Habel.

Fotografieren hält die Zeit an, hält einen Augenblick fest, kann in die Vergangenheit versetzen – die Zeit steht still.
Sylvia Scholtkas Fotoprojekte machen das spürbar und sind Botschafter ihres Anliegens, Vergangenes nicht zu vergessen – sei es in Form der Stadtteilkalender über Schweinheim und Damm, sei es in der Dokumentation „Wir, die neuen Alten“
Jetzt sind Wirtschaften in Aschaffenburg, dem man die höchste Kneipendichte Deutschlands nachsagt, der ergiebige Gegenstand ihrer Arbeit.
Indem sie gegenwärtiges Interieur abbildet mit den derzeit agierenden Personen, blinkt sofort die Geschichte der Lokalität auf und aktiviert automatisch Erinnerungen von Betrachtern über 50.
Das gilt für Familienunternehmen, in denen schon mehrere Generationen gewirkt haben und noch wirken, aber auch für Gastwirtschaften, die in Essenslokale umgewandelt wurden.
Da gibt es in manchen Lokalen sogar restaurierte alte Stammtische, die ganz präsent die ursprüngliche Funktion der Wirtschaft wachrufen.
Denn ursprünglich ging Mann (!) ja in das Wirtshaus, um zu trinken, zu reden, Karten zu spielen, lokale Sportereignisse und Tratsch durchzukauen und zu politisieren.
Dem Stammtisch kam dabei eine wichtige Rolle zu. Hier konnte Mann sich Luft machen, mit Andersdenkenden streiten und buchstäblich auf den Tisch hauen.
Damit wurde die Gastwirtschaft einem menschlichen Grundbedürfnis gerecht, nämlich dem Wunsch nach Geselligkeit, nach persönlichem Austausch und sozialem Eingebundensein – was heute an anderen Orten eher unpersönlich ausgelebt wir.

Ein paar Wirtshäuser weisen noch Anklänge an ihre Urfunktion auf.